Dienstag, 24. Juni 2008
Identitäswechsel die Zweite ...
Ich bin jetzt seit - ähm - ja seit wann denn überhaupt? Also seit ich mich hier angemeldet habe, sage wir einfach mal ...

Also ich bin jetzt seit wenigen Tagen fulana. Was heißt das bisher für mich?

Ich habe versucht weitestgehend alles zu löschen, was mit meinem alten Nick zusammen hängt. Dabei sind mir natürlich die Tiefen des Netzes über den Weg gelaufen. Und was fand ich in den Tiefen? Unmengen an Informationen über mich, meine Leben und meine Lebensumstände ... muss das im Netz stehen? Nein, nicht in der Form.

Ich verkörpere immer noch den Inbegriff von - tja wie nennt man denn sowas? Ich bin immer meiner Linie treu geblieben - aber die Linien, die ich in meinem Leben gefahren bin, müssen nicht jedem bekannt sein. Ich bin immer ich gewesen ... das bin ich auch heute noch. Aber mit einem Unterschied: Ich fühle mich wieder frisch. Kennt ihr das Gefühl, sich mal eines Morgens nicht geduscht zu haben? So habe ich mich im letzen halben Jahr gefühlt!

Aber jetzt habe ich alle Accounts mehr oder weniger gelöscht. Nicht nur das, ich bin auch noch einen Schritt weiter gegangen: Ich habe alle meine Kontakte aus ICQ und MSN gelöscht - ich habe bei MSN sogar meine Mailaddy löschen lassen. Ich habe meine Mailaddys brach gelegt und gestern noch die Websitelöschung meiner beiden Sites beantragt. Sobald diese vollzogen ist, wird es zwei neue Seiten geben. Eine für meine privaten Kontakte und eine für meine virtuellen Kontakte ...

Ich habe das alles gut durchdacht. Und jetzt kommt der psychologische Faktor an der ganzen Sache: Ich fühle mich gut, mit den Gedanken, die ich derzeit habe. Und ich hoffe für mich, dass ich mit meinem Identitätswechsel auch einen Wechsel meiner Psyche vollzogen habe.

Da hängt ja auch viel mehr hinter, als nur der Name im Netz: Da hängt das eigene Denken und Fühlen hinter - da hängt die Zielsetzung der Person dahinter. Das definieren vom Lebensweg - von Lebenszielen - auch das Definieren von Einstellungen ... alles Dinge, über die ich in Zukunft nachdenken werde, bevor ich meinen Senf zu etwas gebe.

Mal ein Beispiel, damit es jeder versteht: Bin ich jetzt Grünenanhänger, oder wähle ich lieber die CDU oder die SPD? - Bevor ich das nächste Mal über Politik diskutiere, werde ich mir eine fundierte Meinung bilden. Von dieser lasse ich mich gerne abbringen - aber ich werde eine Meinung haben, diese begründen können und mich gern mit Gegenargumenten bekehren lassen - darauf kommt es gar nicht an!

Friedrich Hebbel: "Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben!"

Darum geht es mir wirklich nicht. Mir geht es darum eine Meinung zu einem Themengebiet zu haben und diese vertreten zu können.

Hört sich komisch an - ist auch so.

Ein weiteres Beispiel:

Eine Zielsuchung von mir wird leider sein müssen, zu wissen, ob ich das Leben, welches ich grade führe, so haben möchte, wie es ist.

Hört sich leicht an? - Ist aber nicht so!

Möchte ich Kinder haben? Oder möchte ich lieber mit einem mir eventuell untreuen Typen zusammenhausen? Möchte ich mich nach meinem Belieben einrichten oder kann ich mit dem Geschmack meines Partner weiterhin leben? Möchte ich lieber Sachbearbeiterin bleiben, oder doch lieber mal eine Führungsposition übernehmen? Möchte ich in Deutschland leben? Oder werde ich doch irgendwann nach Spanien auswander?

Das sind die gröbsten Fragen ...

Diese Zielsetzungsgeschichte wird ein wenig andauern - schließlich ist es nicht gesund von heute auf Morgen sein Leben bis zum letzten Tag zu verplanen. Aber machen wir uns mal nix vor, andere in meinem Alter haben schon ein Haus gebaut, haben schon die ersten Kinder in die Welt gesetzt und wissen, wohin sie beruflich wirklich wollen ... ich hingegen, bin völlig blauäugig in den letzten Jahren durch mein Leben gelaufen.

Das wird sich jetzt ändern ...

Interessante Frage, die sich mir grad aufwirft: Welche Hobbies habe ich eigentlich?

Ihr werdet lachen, ich weiß es nicht!

Ist das nicht traurig? Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie gern ich wirklich Sport betreibe, wie gern ich wirklich lese, ich kann nicht mal sagen, welche Musik ich gerne höre, in welche Clubs ich gerne gehe ... gehe ich überhaupt gern fort? Wozu habe ich überhaupt so richtig Lust? Lieber abhängen oder Party machen? Lieber Bier oder Sekt trinken? Oder bin ich doch eine Verfechterin von Cocktails? Mag ich den abwechselnden Sex oder stehe ich mehr auf das heimische Sexritual?

Ihr seht mich ein wenig verwirrt, aber diese Verwirrtheit wird sich von Tag zu Tag legen. Ich muss es nur sortiert angehen ...

Lieber eine Baustelle zur Zeit bearbeiten und dann an die nächste ran gehen ... so kann man effektiver arbeiten.

Meine erste Zielsetzung wird also mein berufliches Weiterkommen sein! Da habe ich schon viele Gedanken, aber sie haben sich noch nicht wirklich manifestiert.

Ich werde berichten ...

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sie hören sich duraus vernünftig an.
echt.

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